Ein unerwarteter Blasensprung
Diese Geburtsgeschichte beginnt mit einem unerwarteten Blasensprung in der 37+2 Schwangerschaftswoche. Tagsüber ist alles noch entspannt und ich besuche eine Freundin. Den Rest des Tages bereiten mein Mann und ich alles für die Geburt vor. Pool aufbauen, alles griffbereit legen und natürlich einen Geburtstagskuchen backen. Leonie kommt vorbei und schaut nach uns. Baby J geht es super und ich bin auch ganz entspannt. Wir verabreden uns für den nächsten Morgen und melden uns, falls notwendig bei Leonie.
Am Abend spüre ich die erste Welle und gehe freudig und voller Hoffnung ins Bett. Gegen morgen werde ich durch Ziehen im Unterleib geweckt. Nun weiß ich, unser Sohn ist bereit. Ich werde ganz ruhig und kehre in mich. Gott wird mir die Kraft für alles geben.
Ich gönne mir ein langes Bad und höre Entspannungsmusik. Ich veratme eine Welle nach der anderen. Nach dem Baden tigere ich im Haus umher und bin in einem Trancezustand. Am Morgen besprechen Leonie und ich, dass sie sich nun entspannt auf den Weg zu uns macht. Kurz darauf trifft auch die Hebammemstudentin ein. Wir spüren alle, dass wir das als Team zusammen schaffen. Sie schaut nach den Herztönen und der Lage von Baby J.
Leonie erkennt mein Bedürfnis nach Autonomie und Ruhe. Sie ist einfach da und strahlt Sicherheit aus. Ich drücke bei jeder Wellenspitze den Kam in der Hand. Dies und das Tensgerät helfen mir die Wellen zu verarbeiten. Es ist still und friedlich.
Ich spüre, dass das Köpfchen tiefer tritt und begebe mich in den Geburtspool.
Im perfekten Moment erklingt der Podcast 'Die friedliche Geburt'. Das haben wir vorher verabredet und das gesagte gibt mir noch mehr Kraft. Ich fühle bereits das Köpfchen mit den Haaren. Ich schiebe intuitiv mit und veratme die Wellen. Um 11.07 Uhr wird mein Sohn friedlich und selbstbestimmt in meine Hände geboren. Ich lasse ihn noch kurz unter Wasser und nehme ihn dann an meine Brust. Wie schön, er ist da. Auf dem Sofa können wir uns nun zu Dritt etwas erholen und kennenlernen. Leonie schaut regelmäßig nach uns, gibt uns Dreien aber auch Raum zum Kennenlernen.
Um 11:55 Uhr wird die Plazenta geboren. Nach ausgiebigen stillen und kuscheln folgt die U1. Wir sind alle glücklich und beseelt und verabschieden uns nach einiger Zeit von Leonie und der Hebammenstudentin. Nun darf unsere Tochter endlich ihren kleinen Bruder kennenlernen. Wie wunderbar! Am Abend kommt Leonie erneut vorbei und schaut nach uns. Wir sind dankbar, dass wir diese tolle, empowernde Geburtserfahrung in unserem sicheren, häuslichen Setting erleben durften